Band 131

Walker, Mack: 
Der Salzburger Handel. Vertreibung und Errettung der Salzburger Protestanten im 18. Jahrhundert. 
Aus dem Englischen übersetzt von Sabine Krumwiede. 1997. 214 Seiten mit 8 Abbildungen und 3 Karten. ISBN 3-525-35446-0 

Die Vertreibung der Salzburger Protestanten 1731/32 und die Ansiedlung des größten Teils der Flüchtlinge durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. hat einst großes Aufsehen erregt. Die Vertreibung gilt weithin als Beispiel einer im Zeitalter der Aufklärung anachronistisch gewordenen religiösen Intoleranz.

Mack Walker stellt die Ereignisse auf ungewöhnliche Weise dar: indem er die eine Geschichte der Salzburger Vertreibung aufeinanderfolgend in unterschiedliche Zusammenhänge stellt und so sehr verschiedene Wirklichkeiten sichtbar macht: die Lebenswelt der Bauern in den Alpentälern und die Lebenswelt des Salzburger Erzbischofs und seines Hofes, die Welt der politischen Interessen des preußischen Königs und die des Kaisers in Wien, die Welt der Flüchtlinge auf ihrem Zug durch das Alte Reich und die neue Welt in Ostpreußen, wo sie angesiedelt wurden. Mack Walker zeigt die Vorgänge als komplexes Geschehen, das nicht auf einen einfachen Nenner zu bringen ist.


© Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen