Band 130

Lehmann, Hartmut (Hg.): 
Säkularisierung, Dechristianisierung, Rechristianisierung im neuzeitlichen Europa. Bilanz und Perspektiven der Forschung. 
1997. 335 Seiten mit 7 Tabellen. ISBN 3-525-35445-2

Haben Religion, Kirche, Theologie, Frömmigkeit die historische Entwicklung seit dem 17. Jahrhundert noch wesentlich bestimmt? Als Grundzug der neueren Geschichte gilt, was Max Weber die "Entzauberung der Welt" genannt hat, die tiefgreifende und stetig fortschreitende Säkularisierung von Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.

Diese Sicht bedarf der Erweiterung. Neben den vertrauten Begriff Säkularisierung tritt hier der präzisere Begriff Dechristianisierung. Er bezeichnet das Nachlassen des spezifisch christlichen Einflusses in allen Lebensbereichen. Gleichzeitig haben bis ins 20. Jahrhundert hinein Erweckungsbewegungen das überkommene Christentum verwandelt und mit neuem Leben erfüllt, durchaus eine Rechristianisierung bewirkt. Die Aufgabe ist, das Nebeneinander und Gegeneinander von Säkularisierung, Dechristianisierung und Rechristianisierung zu erforschen.

Die Beiträge haben das Ziel, die Diskussion über die Rolle des Christentums in der Geschichte der letzten Jahrhunderte neu in Gang zu bringen.


© Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen