Band 127

Maurer, Michael: 
Die Biographie des Bürgers. Lebensformen und Denkweisen in der formativen Phase des deutschen Bürgertums (1680-1815). 
1996. 712 Seiten. ISBN 3-525-35441-X

Michael Maurer betrachtet Biographien nicht als Berichte über die Leben von Individuen, sondern als Medium der Selbstverständigung des Bürgertums und als Spiegel der Gesellschaft. So gesehen sind sie sozial- und besonders mentalitätsgeschichtliche Quellen ersten Ranges, die Auskunft geben über Grundwerte der Lebensführung, über rechtes Verhalten wie über Verfehlungen, über Lebensklugheit und richtiges Leben.

Herausgearbeitet werden die leitenden Vorstellungen, Mentalität und kollektives Bewußtsein, aus denen sich schließlich "das Bürgertum" bildete. Quellenbasis sind mehr als 1200 systematisch ausgewertete Biographien. Die Hauptgesichtspunkte sind: Religiosität, Tugend und Arbeit, Bildung, Familie und Gesellschaft. Auf neuartigem Wege werden Herausbildung und Eigenart des deutschen Bürgertums erfaßt.


© Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen